Warum stehen auf Okularen Zahlen wie 25 mm und 10 mm?
Diese Zahlen sind die Brennweite des Okulars. Ein 25-mm-Okular liefert am selben Teleskop eine geringere Vergrößerung als ein 10-mm-Okular. Dadurch lässt sich mit dem 25er meist leichter ein Objekt suchen und ein größerer Himmelsbereich überblicken. Ein 10er eignet sich eher, wenn Sie ein bereits gefundenes Ziel größer betrachten möchten.
Nicht die kleinste Brennweite ist automatisch die beste, sondern die passende für Objekt und Luftverhältnisse.
Welche Okulare reichen zunächst?
Für viele Teleskope genügen zu Beginn zwei unterschiedliche Brennweiten: eine für Übersicht und Objektsuche und eine für höhere Vergrößerungen an Mond und Planeten. Ein drittes Okular wird interessant, wenn Sie wissen, welcher Bereich Ihnen konkret fehlt. Die richtigen Brennweiten hängen von der Brennweite Ihres Teleskops ab.
Ein Beispiel: Dasselbe Okular wirkt an zwei Teleskopen verschieden
Ein 25-mm-Okular liefert am StarSense 130 Tabletop mit 650 Millimetern Brennweite ungefähr 26-fache Vergrößerung. Am NexStar 6SE mit 1.500 Millimetern Brennweite sind es 60-fach. Die Zahl auf dem Okular allein verrät deshalb nicht, ob es für Planeten oder für große Sternhaufen geeignet ist. Entscheidend ist die Kombination mit dem jeweiligen Teleskop.
Was bedeutet Augenabstand?
Der Augenabstand beschreibt, wie weit Ihr Auge vom Okular entfernt sein darf, damit Sie das gesamte sichtbare Feld überblicken. Besonders Brillenträger sollten darauf achten. Ein Okular mit kurzer Brennweite ist nicht zwangsläufig unbequem; moderne Bauarten können trotz hoher Vergrößerung genügend Augenabstand bieten.
Wer wegen einer stärkeren Hornhautverkrümmung beim Beobachten die Brille aufbehalten möchte, benötigt genügend Augenabstand. Bei vielen Okularen lässt sich diese Angabe im Datenblatt finden. Ohne passenden Augenabstand ist der Bildrand mit Brille schwer zu überblicken – selbst wenn die Optik an sich gut ist.
Passt das Okular? 1,25 und 2 Zoll
Das Steckmaß bezeichnet den Durchmesser der Hülse, mit der das Okular im Teleskop sitzt. Verbreitet sind 1,25 Zoll (31,75 Millimeter) und 2 Zoll (50,8 Millimeter). Prüfen Sie den Okularauszug und gegebenenfalls den Zenitspiegel Ihres Geräts. In einen 2-Zoll-Auszug passen mit einem geeigneten Reduzieradapter meist auch 1,25-Zoll-Okulare. Umgekehrt wird ein 1,25-Zoll-Anschluss durch einen Adapter nicht zu einem vollwertigen 2-Zoll-Lichtweg.
Ein 2-Zoll-Okular ist nicht automatisch schärfer oder stärker vergrößernd. Sein größerer Durchlass ermöglicht vor allem bei langen Okularbrennweiten einen weiteren Himmelsausschnitt. Für Planeten sind viele 1,25-Zoll-Okulare völlig ausreichend. Beachten Sie bei großen Okularen auch Gewicht und Balance des Teleskops.
Was bedeutet scheinbares Gesichtsfeld?
Das scheinbare Gesichtsfeld beschreibt, wie weit das Bild beim Hineinschauen ins Okular wirkt. Ein Okular mit beispielsweise 68 Grad vermittelt einen weiteren Blick als eines mit 50 Grad. Bei gleicher Okularbrennweite am selben Teleskop bleibt die Vergrößerung gleich; das weitere Okular zeigt normalerweise mehr Himmel rund um das Ziel.
Davon zu unterscheiden ist das tatsächliche Gesichtsfeld: der Ausschnitt des Himmels, den Sie durch die Kombination aus Teleskop und Okular sehen. Es hängt auch von der Teleskopbrennweite und dem freien Lichtdurchlass ab. Ein weiter Ausschnitt hilft bei großen Sternhaufen und lässt an einem manuell bewegten Teleskop mehr Zeit, bis ein Planet den Bildrand erreicht. Eine hohe Gradzahl garantiert aber keine scharfen Sterne bis zum Rand.
Brauche ich eine Barlow-Linse?
Eine Barlow-Linse erhöht die effektive Vergrößerung einer Okularkombination. Sie kann nützlich sein, ersetzt aber keine stabile Montierung und kann die Grenzen der Luftunruhe nicht überwinden. Kaufen Sie eine solche Linse erst, wenn klar ist, welchen Vergrößerungsbereich Sie zusätzlich benötigen.
Und was ist mit Filtern?
Spezielle Nebelfilter können bei bestimmten Emissionsnebeln hilfreich sein. Für Galaxien und Sternhaufen ist ihr Nutzen anders oder gering. Mondfilter sind Geschmackssache und nicht in jeder Situation nötig. Ein Sonnenfilter ist dagegen ein Sicherheitsprodukt, das ausschließlich in ausdrücklich geeigneter und korrekt befestigter Bauart verwendet werden darf. Niemals einen einfachen Filter verwenden, der nur am Okular eingeschraubt wird.
Beginnen Sie mit den mitgelieferten Okularen, lernen Sie die Beobachtung mit geringer und mittlerer Vergrößerung kennen und ergänzen Sie gezielt. Eine ruhige und richtig eingestellte Optik bringt meist mehr als ein wahlloser Zubehörkauf.
Die Tabletop-Analyse und die NexStar-6SE-Analyse erläutern die beiden Teleskope aus dem Brennweitenbeispiel. Für Ihre Okularwahl bleibt der Anschluss Ihres eigenen Geräts maßgeblich.

